Ende einer Ära: Warum Verisign das einzigartige Drittniveau-System bei .name abschafft

Ende einer Ära: Warum Verisign das einzigartige Drittniveau-System bei .name abschafft

Mai 13, 2026 domain-registries gtld .name-tld domain-architecture icann verisign legacy-technology digital-infrastructure

Das stille Ende der .name-Sonderstruktur

In den frühen 2000ern testete die Internet-Welt mutig neue Domain-Modelle. ICANN pumpte neue gTLDs nach, und Registrys wie die für .name wagten kühne Schritte. Gestartet 2001, sollte .name persönliche Identitäten revolutionieren. Doch nach 25 Jahren wirft Verisign jetzt das Einzige über Bord, was .name einzigartig machte: Registrierungen auf dritter Ebene.

Falls das klingt wie Fachchinesisch – kein Wunder. Genau deswegen stirbt .name aus.

Die vertrackte .name-Bauweise

.name brach mit dem Standard. Statt simpler second-level Domains wie bei den meisten TLDs setzte es auf ein Dreistufen-System. Wolltest du kevin.murphy.name? Zuerst buchtest die Registry murphy.name, dann hängte sie kevin drunter.

Das führte zu absurden Fällen. Zwei Hedges-Brüder, David und Andrew, bekamen david.hedges.name und andrew.hedges.name. Aber hedges.name? Das blieb bei der Registry. Solche Konstrukte trieben Domain-Manager in den Wahnsinn.

Global Name Registry, später von Verisign gekauft, wollte damit Familien-Domains pushen. Auf dem Papier genial. Realität? Chaos, unhandlich bei mehreren Registrars und von fast niemandem unterstützt.

Die harten Zahlen

Verisigns RSEP-Antrag, den ICANN kürzlich genehmigte, zeigt: Der Niedergang läuft seit Jahren. Etwa 96.000 .name-Domains im Bestand, monatliche Reports melden das. Wie viele davon third-level? Unklar. Aber der Trend geht runter.

Das E-Mail-Forwarding, das firstname@lastname.name versprach, floppt ebenfalls. 2001 revolutionär, heute Relikt unter vielen.

Was wird aus den freien Nachnamen?

Die große Frage: Wenn third-level-Domains gelöscht werden, was passiert mit den second-level-Namen wie hedges.name? Drop-List? Auktion? Verisign schweigt im RSEP-Dokument dazu.

Nachnamen haben Potenzial – für Ahnenforscher, Firmen oder Privatleute. Verisigns Schweigen nervt. Solche Assets brauchen klare Regeln.

Lehren für die Domain-Branche

.name zeigt, warum Innovation in Domains scheitert. Trotz starker Idee und Technik ging es unter, weil:

  • Registrars ignorierten es. Ohne Push blieb es Randerscheinung.
  • Nutzer kapierten nichts. Das Drei-Stufen-System war zu kompliziert.
  • Bedürfnisse wandelten sich. Gmail & Co. machten Domain-E-Mails überflüssig.
  • Kosten stiegen. Non-Standard-Systeme fressen Geld. Abschalten spart.

Tech-Lebensgesetz: Mutige Wetten floppen oft. Dann schneidet man sie raus.

Tipps für .name-Nutzer

Nutzt ihr noch ein third-level .name oder das Forwarding? Handelt jetzt:

  1. Migriert zu normalen second-level Domains oder Alternativen.
  2. Wechselt E-Mails zu Registrar-Diensten oder Providern.
  3. Beobachtet Verisign-Meldungen zur Übergangsphase.
  4. Überlegt neu – braucht ihr Familie-Domain, persönliche Site oder nur Mail? Bessere Optionen gibt's überall.

Das echte Fazit

.name-Ende ist mehr als ein TLD-Drama. Es mahnt: In Domains und Hosting zählt Zuverlässigkeit, nicht Cleverness. Verisign wählt Pragmatismus – weg mit dem Verwirrspiel, hin zu dem, was läuft.

Das ist Innovation pur: Nicht alles überlebt, und das ist gut so. Wichtig: Daraus lernen.

Read in other languages:

RU BG EL CS UZ TR SV FI RO PT PL NB NL HU IT FR ES DA ZH-HANS EN