Warum ich Google Analytics den Rücken gekehrt habe – und warum du es auch solltest

Warum ich Google Analytics den Rücken gekehrt habe – und warum du es auch solltest

Jul 18, 2026 web analytics umami privacy self-hosting supabase fly.io cloudflare gdpr cookieless tracking developer tools

Warum ich Google Analytics den Rücken gekehrt habe

Mal ganz ehrlich: Google Analytics ist wie ein Schweizer Taschenmesser – ja, es kann unglaublich viel, aber brauchst du wirklich all diese Funktionen? Das Ding schleppt über 50KB JavaScript mit sich herum, verteilt Cookies wie Flyer auf einem Konzert und schickt die Daten deiner Besucher zu Google. Für einen privaten Blog oder eine Startup-Website? Komplett überdimensioniert.

Was ich wissen wollte: Wie viele Leute schauen vorbei? Welche Seiten laufen gut? Woher kommen meine Besucher? Mehr nicht. Drei Fragen, drei Antworten, null gruseliges Tracking.

Dann bin ich auf Umami gestoßen.

Was Umami anders macht

Umami ist eine Open-Source-Analyseplattform, die von Grund auf für Datenschutz entwickelt wurde. Keine Cookies, keine persönlichen Daten, dafür GDPR-, CCPA- und PECR-konform – direkt nach der Installation. Deine Besucher brauchen keinen Cookie-Banner, weil es schlicht nichts zu akzeptieren gibt.

Das Dashboard ist angenehm übersichtlich. Echtzeit-Besucher, Seitenaufrufe, Absprungrate, Referrer. Fertig. Keine komplizierten Abfragen, keine individuellen Dimensionen, keine Attribution-Modelle zum Kopfzerbrechen. Wer tiefer einsteigen will, findet eine SQL-Datenbank, die direkt abgefragt werden kann.

Der Stack, der den Geldbeutel schont

Hier wird es spannend. Self-Hosting klingt teuer, muss es aber nicht. Mein Umami-Setup läuft auf drei Diensten, die hervorragend zusammenarbeiten:

Supabase übernimmt die Datenbank. Der kostenlose Tarif bietet 500MB Speicher und 2GB Transfer – locker ausreichend für Websites mit unter 100.000 Seitenaufrufen pro Monat. Die PostgreSQL-Oberfläche ist aufgeräumt, Backups laufen automatisch, und die Performance stimmt.

Fly.io hostet die Umami-Anwendung selbst. Der Free-Tier umfasst drei geteilte VMs, was für einen niedrig frequentierten Analytics-Server mehr als genug ist. Dank Flys globalem Anycast-Routing landen Tracking-Anfragen beim Besucher in der Nähe – weniger Latenz, weniger Probleme. Das klingt nebensächlich, ist es aber nicht: Langsame Analytics-Skripte werden von Adblockern blockiert.

Cloudflare steht als CDN und SSL-Terminierung davor. Du kannst deine Fly-App durch Cloudflares Netzwerk leiten, kostenloses Edge-Caching nutzen und DNS an einem Ort verwalten. Ein paar Klicks, und du hast eine zusätzliche Sicherheitsschicht – ohne Mehrkosten.

Was es wirklich kostet

Mein Setup schlägt mit etwa 5 Euro pro Monat zu Buche – hauptsächlich das Supabase-Datenbank-Upgrade, weil ich ab und an über die Free-Grenzen komme. Dafür bekomme ich:

  • Datenschutzkonforme Analysen, die meine Nutzer tatsächlich schätzen
  • Volle Datenhoheit – meine Zahlen bleiben auf meiner Infrastruktur
  • Keine Tracking-Skripte, die von Browser-Erweiterungen blockiert werden
  • Performance, die meine Seiten nicht ausbremst
  • Das gute Gefühl, nicht Googles Werbeimperium zu füttern

Ein Nachmittag, dann läuft's

Ja, die Einrichtung erfordert etwas Hirnschmalz. Aber sie ist keine Raketenwissenschaft. Umami auf Fly deployen, mit Supabase verbinden, Umgebungsvariablen konfigurieren, DNS anpassen – fertig. Die Dokumentation ist gut, die Community hilft. Ein technisch versierter Entwickler hat alles vor dem Abendessen am Laufen.

Wie sieht dein Analytics-Setup aus? Tyrannisierst du immer noch Googles Cookie-Banner? Vielleicht ist es Zeit für etwas Leichteres. Deine Besucher – und dein Geldbeutel – werden es dir danken.

Read in other languages:

RU BG EL CS UZ TR SV FI RO PT PL NB NL HU IT FR ES DA ZH-HANS EN