Verisign löscht 22.000 .name-Domains: Was Betroffene jetzt wissen müssen

Verisign löscht 22.000 .name-Domains: Was Betroffene jetzt wissen müssen

Sep 22, 2026 verisign .name domain icann domain industry domain registrants tld deletion domain registry web hosting domain management

.name-Domains in der Krise: Wenn bezahlte Domains über Nacht wertlos werden

Wer eine Dritt-Level-.name-Domain sein Eigen nennt – kennt ihr diese Dingers, die aussehen wie vorname.nachname.name – sollte jetzt seinen Posteingang prüfen. Verisign hat von ICANN grünes Licht bekommen, um rund 22.000 dieser Domains zu löschen. Und mit ihnen könnte der gesamte E-Mail-Weiterleitungsdienst verschwinden.

Was genau ist passiert?

Die .name-TLD sollte ursprünglich einen persönlichen Identitätsraum im Netz schaffen. Menschen konnten damit E-Mail-Adressen und Webseiten mit ihrem echten Namen einrichten. Dritt-Level-.name-Domains wurden populär, weil sie eine elegante Möglichkeit boten, eine persönliche Webpräsenz aufzubauen – im Grunde der Traum von einer Domain der Form meinname.name.

Jetzt räumt Verisign auf. Rund 22.000 dieser Domains stehen vor der Löschung. Und das Pikante daran: Viele davon sind bezahlt und aktiv. Registrar-Betreiber bekamen 90 Tage Vorwarnzeit, bevor der Hammer fällt.

Warum passiert das?

Ohne Einblick in ICANNs Hinterzimmergespräche bleibt nur Spekulation. Mögliche Gründe:

  • Geringe Nutzungszahlen: Dritt-Level-.name-Domains haben es nie in den Mainstream geschafft
  • Betriebskosten: E-Mail-Weiterleitung für eine schrumpfende Nutzerbasis lohnt sich offenbar nicht mehr
  • Konsolidierung im Registry-Geschäft: Verisign könnte sein TLD-Portfolio bereinigen wollen

Was auch immer die geschäftliche Logik dahinter steckt – das Timing ist brutal. Diese Domains wurden bezahlt. Die Inhaber hatten gültige Verträge.

Zwei Betroffene wehren sich

Nicht jeder nimmt das einfach hin. Zwei Domaininhaber haben sich hingesetzt und kämpfen gegen die Löschung. Sie fordern, dass ihre Domains „grandfathered" werden – also unter den ursprünglichen Bedingungen aktiv bleiben, egal welche neuen Regeln Verisign aufstellt.

Ihr Argument ist simpel: Wer bezahlt, sollte die vereinbarte Leistung auch bekommen. Die Domainbranche funktioniert seit jeher nach dem Prinzip, dass Inhaber Rechte an ihrer Domain haben – bis die Registrierung ausläuft oder sie diese selbst freigeben. Massenlöschung von bezahlten Domains? Das setzt ein verdammt gefährliches Zeichen.

Was das für Domaininhaber bedeutet

Falls du zu den Betroffenen gehörst, hier die Lage:

| Dein Domain-Status | Was du tun solltest | |-------------------|---------------------| | Dritt-Level .name (z.B. du.name) | Sofort beim Registrar melden | | E-Mail-Weiterleitung aktiv | Die Funktion wird vermutlich wegfallen | | Bezahlt bis zu einem späteren Datum | Dein Geld könnte verloren sein |

Die unbequeme Wahrheit: Betroffene haben kaum Möglichkeiten sich zu wehren. ICANNs Segen gibt Verisign rechtliche Absolution, und die 90-Tage-Frist – na ja, besser als nichts, aber kaum großzügig.

Das eigentliche Problem: Fehlende Kontrolle in der Domainbranche

Was hier passiert, deckt ein grundsätzliches Problem auf. Domaininhaber „besitzen" ihre Domains – aber Registry-Betreiber wie Verisign haben das letzte Wort bei allen Entscheidungen auf TLD-Ebene. Und ICANN? Die angebliche Aufsichtsbehörde genehmigt Registry-Anträge meistens ohne groß nachzufragen.

Die .name-Löschwelle sollte eine größere Debatte Lostippen: Wo bleiben die Schutzrechte für Domaininhaber? Eine Registrierung ist ein Vertrag – aber dieser Vertrag kann einseitig geändert werden, wenn ICANN nur zustimmt.

Was jetzt?

Für die 22.000 betroffenen Domains läuft die Uhr. Wenn du eine davon dein Eigen nennst, denk über folgende Schritte nach:

  1. Wechsel zu einer anderen TLD, falls deine Identität wichtig ist – deinname.com oder deinname.me zum Beispiel
  2. Alles dokumentieren, falls doch noch rechtliche Möglichkeiten auftauchen
  3. Beim Registrar melden und klären, ob es Erstattungen oder Übergangslösungen gibt

Für alle anderen: Denkt dran – keine Domainregistrierung ist wirklich dauerhaft. Der Registry-Betreiber kontrolliert die Root-Zone. Und wie Verisign gerade gezeigt hat, kann er diese Macht auch ohne Vorwarnung einsetzen.

Die .name-TLD war vielleicht eine edle Idee – persönliche Identität im Netz. Aber ihr Kapitel scheint sich zu schließen. Die Frage ist nur, ob das fair passiert für all jene, die ihr Vertrauen und ihr Geld investiert haben.


Hast du eine .name-Domain von Verisigns Löschaktion betroffen? Wir wollen deine Geschichte hören. Schreib uns in den Kommentaren.

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