Die Buddy-Liste lebt! buddylist bringt KI-Coding-Agenten ins Instant-Messaging-Zeitalter zurück
buddylist: MSN ist zurück und hilft dir beim Programmieren
Erinnert ihr euch an die Zeiten, als Instant Messenger das Nonplusultra der digitalen Kommunikation waren? Ich persönlich habe die absolute MSN-Ära knapp verpasst – Pech für mich, aber hey, ich hol's jetzt nach. Seit ein paar Tagen experimentiere ich mit buddylist, und diese App hat mich tatsächlich zum Nachdenken gebracht. Nicht wegen der Nostalgie-Keule, sondern wegen einem Konzept, das verdammt praktisch ist.
Die Grundidee: Eure Projekte als Kontaktliste
Stellt euch vor, jedes eurer Projekt-Verzeichnisse wäre ein Eintrag in eurer Kontaktliste. Ihr wollt an eurem Online-Shop arbeiten? Klick auf den Kontakt, und schwupps – volle Claude-Code-Session. Kurz was am API-Projekt checken? Einfach rüberwechseln, und Codex übernimmt. Kein Terminal-Wechseln mehr, kein Kontext-Switch zwischen verschiedenen CLI-Sessions. Ihr führt einfach Gespräche mit euren Projekten.
Das Interface sieht aus wie eine Modernisierung von MSN Messenger 7.5 – inklusive dieses unverwechselbaren Looks. Aber der Schein trügt: Hinter der Nostalgie-Fassade werkelt der echte Coding Agent. Jede Nachricht löst eine echte Session aus, die Dateien lesen, Befehle ausführen und euren Code verändern kann. Das ist kein Spielzeug mit Retro-Haut – das ist der volle Funktionsumfang.
Mehr als nur Hintergrund-Gefühle
Klar, der Retro-Look ist der Hingucker. Aber der eigentliche Mehrwert liegt woanders – nämlich in der Organisation. Wenn ihr an mehreren Projekten gleichzeitig werkelt, ist diese einheitliche Seitenleiste Gold wert. Jeder "Kontakt" behält seine eigene Session, seine Einstellungen und sogar Terminal-Tabs.
Der eingebaute Terminal verdient besondere Erwähnung. In jeder Konversation läuft eine echte Shell im entsprechenden Projektordner. Vim, htop, Farben, Strg+C – alles da, was das Entwicklerherz begehrt. Mehrere Tabs pro Projekt, und die bleiben sogar erhalten, wenn ihr die Konversation minimiert. Besonders slick: Der Agent kann Terminals für euch öffnen (bei Claude Code). Heißt: Ihr schreibt einfach "start mal den Dev-Server und den Test-Watcher", und ihr seht sofort, wie's passiert.
Integrationen, die nicht im Weg stehen
Die GitHub-Anbindung hat's mir angetan. buddylist fragt die GitHub CLI ab und zeigt den PR-Status direkt in der Kontaktzeile. Sofort seht ihr, ob euer Branch gemergt ist, Konflikte hat oder Checks fehlschlagen. Der "Create PR"-Button committed verbleibende Änderungen, pusht den Branch und öffnet die PR – inklusive Check-Status direkt in der Konversation. So stelle ich mir einen vernünftigen Workflow vor.
Bei den Agents selbst bleibt alles beim Alten: Codex nutzt eure bestehende codex-Konfiguration mit config.toml und AGENTS.md, Gemini zieht eure CLI-Einstellungen und MCP-Server rein. Ihr seid nicht in buddylists Ökosystem gefangen.
Für wen ist das gedacht?
Wenn ihr regelmäßig mit Claude Code, Codex, Gemini oder OpenCode arbeitet, bietet buddylist einen frischen Blick auf das Session-Management. Die MSN-Nostalgie ist nettes Gimmick, aber der echte Gewinn ist das organisatorische Framework. Entwickler, die gleichzeitig an mehreren Projekten hantieren, werden die Kontaktlisten-Logik vermutlich besonders schätzen.
Für Teams gilt: Jeder Entwickler betreibt seine Agents auf dem eigenen Konto. Keine geteilte Abrechnung, keine neuen Preismodelle. Eure Nutzung zählt gegen euren persönlichen Plan – genau wie im Terminal.
Mein Fazit
buddylist wird euer Terminal nicht komplett ersetzen – und will es vermutlich auch gar nicht. Aber als Alternative für AI-gestützte Coding-Sessions ist die App einen Blick wert. Der nostalgische Look ist charmant, keine Frage. Aber die durchdachte Einbindung echter Agent-Sessions, Terminal-Management und GitHub-Status macht das Ding zu einer ernstzunehmenden Option.
Ob das jetzt euer neues Daily Driver wird oder eher ein spaßiges Experiment bleibt – buddylist zeigt uns etwas Wichtiges: User Experience zählt auch bei Developer Tools. Manchmal ist der beste Weg, mit mächtiger Technologie zu arbeiten, sie in etwas Vertrautes einzupacken.
Wer selbst reinschauen will: Downloads für Mac (Apple Silicon), Windows und Linux gibt's auf buddylist.dev. Wer erstmal nur reinschnuppern möchte, findet dort auch eine Browser-Demo.